Im Vortrag werden Probleme des etablierten biopsychosozialen Modells diskutiert, insbesondere die damit immer noch verbundene „dualistische“ Trennung zwischen „Bio“ und „Psycho“. Eine stärkere Fokussierung auf die Subjektivität der Patient*innen hat dagegen den Vorteil, dass sie über den Bereich der Psyche hinausreicht und auch den „subjektiven Körper“ betrifft. Eine solche Fokussierung hat für die künftige Psychosomatische Medizin verschiedene Vorteile im Verständnis sowohl von Krankheitsbildern wie den funktionellen Störungen als auch im Verständnis dessen, was „Psycho“-therapie für Patient*innen mit körperlichen Beschwerden und Störungen bedeutet. Diese Zusammenhänge werden im Vortrag so praxisnah wie möglich vorgestellt. Fortbildungspunkte sind beantragt.
Prof. Dr. Peter Henningsen ist Professor für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie an der Technischen Universität München und leitet dort die gleichnamige Klinik. Sein Forschungsschwerpunkt sind anhaltende Körperbeschwerden ohne hinreichende organische Ursache, etwa Schmerzen, Erschöpfung oder funktionelle Störungen.

