Krampfadern

  • Besenreiser und retikuläre Varizen
  • Stammvarikosis
  • Seitenastvarikosis
  • Rezidivvarikosis

 

Kosmetische Störung oder echte Krankheit? Besenreiser und retikuläre Varizen können alleine oder in Kombination mit einem Venenleiden größerer Gefäße (Stammvarizen, Seitenastvarizen) auftreten.

Krankheitsbild

Besenreiser sind dünne erweiterte Äderchen von hellroter bis blauvioletter Farbe an den Beinen. Wegen ihres lockereren Bindegewebes sind Frauen häufiger davon betroffen als Männer.

Therapie

Bevor eine Therapie der retikulären Varizen oder Besenreiser erfolgt, sollte immer eine Ultraschalluntersuchung der tiefen und oberflächlichen Beinvenen erfolgen. Werden große Krampfadern oder Abflussstörungen im tiefen Venensystem übersehen, kann es zu Komplikationen bei der Behandlung der retikulären Varizen oder Besenreiser kommen. Weiterhin führen fortbestehende große Krampfadern zu einem ausbeliebenden Behandlungserfolg oder einem raschen Wiederauftreten der Besenreiser und retikulären Varizen nach der Therapie.

Zur Therapie der Besenreiser und retikulären Varizen kommen in Frage:

  • Sklerosierungstherapie (Verödung): Durch das Einspritzen eines Medikamentes (Wirkstoff: Polidocanol) in die erweiterten Venen kommt es zu einer Reizung der inneren Gefäßwandschicht mit Spasmus (Zusammenziehen) und Thrombosierung (Verstopfung). Im Verlauf der folgenden Woche verkleben die Gefäßwände durch Bildung von Narben-(Binde-)Gewebe (Fibrosierung), so dass kein Blut mehr hindurchfließen kann und die Besenreiser oder retikulären Varizen ausgeschaltet werden. Wichtig für den Therapieerfolg ist die anschließende Kompressionstherapie mit Verband und/oder Kompressionsstrumpf.
  • Laser: Abkürzung für (engl.) light amplification by stimulated emission of radiation – dies bedeutet Lichtverstärkung durch stimulierte Emission. Es handelt sich um eine Methode zur Erzeugung extrem energiedichter Strahlung einer einzigen Wellenlänge. Das sichtbare Licht besteht im Gegensatz dazu aus Licht verschiedener Wellenlängen. Je nach Wellenlänge des ausgesandten Lichtes haben verschiedene Laser unterschiedliche Wirkungsweisen und Einsatzgebiete. Es gibt keinen Laser, mit dem man „alles“ behandeln kann. So benötigt man zur Entfernung von Falten einen anderen Laser als zur Entfernung von Besenreisern. Hellrote Besenreiser behandelt man mit einem anderen Laser als blauviolette. Wir haben einen KTP-Laser, mit dem sehr gut hellrote Äderchen an den Beinen und im Gesicht, kleine Blutschwämmchen und hellbraune Flecken (Altersflecken, Sonnenflecken) behandelt werden können.

Grundsätzlich gilt: Für die Lasertherapie sind besonders kleine rote Gefäßerweiterungen geeignet, während die Sklerosierungstherapie bei den größeren rot-blauen Gefäßerweiterungen von Vorteil ist.

 

Die Hauptursache für Krampfadern ist eine angeborene Bindegewebsschwäche, die über eine Ausweitung der Venenwand zu einem Verlust der Klappenfunktion in den oberflächlichen Venen führt. Als Folge zeigen sich an den Beinen erweitert geschlängelt verlaufende Venen, die sog. Krampfadern (Varizen). Unbehandelt können Krampfadern über die Ausbildung eines venösen Bluthochdruckes im Bein zu Folgeerkrankungen wie Hautverfärbungen, Stauungsekzemen, Venenentzündungen bis hin zu einem offenen Bein führen. Von einer Rezidivvarikosis spricht man, wenn nach einer erfolgten Therapie Krampfadern wieder auftreten.

Krankheitsbild

Das menschliche Bein verfügt über oberflächliche und tiefe Venen. Die tiefen Venen sind für den Rücktransport von ca. 90% des Blutes verantwortlich, die oberflächlichen Venen transportieren nur ca. 10%. Bei Krampfadern (Varizen) bestehen irreversible Erweiterungen derjenigen Venen, die das Blut zum Herzen zurückleiten. Häufig ist die Ursache für Krampfadern ein angeborener Defekt der Venenwand und ein Verlust der Venenklappenfunktion. Auch Bewegungsmangel, Ernährungsgewohnheiten und hormonelle Einflüsse können zu einer Stammvarikosis führen. Über 90% der Krampfadern betreffen die Beinvenen.

Therapie

Die Behandlung von Krampfadern besteht je nach Indikation aus der Verordnung von Kompressionsmitteln (Strümpfe, Strumpfhosen, Verbände) oder dem operativen Entfernen mittels Stripping oder endovenöser Verfahren.

  • Krampfaderoperation: Eine minimalinvasive Venenoperation ist bei stark ausgeprägten Krampfadern die sinnvollste Art, um diese vollständig und langfristig zu beseitigen. In der Artemed Fachklinik operieren wir nach einer modernen und schonenden Methode: Nach einem kleinen Schnitt in der Leiste oder Kniekehle werden die sogenannten Stammvenen mit einer speziellen Sonde gezogen. Diese Operationstechnik führt zu hervorragenden medizinischen und kosmetischen Ergebnissen.
  • Endoluminale Therapie: Bei Patienten mit einer weniger stark geweiteten und geradlinig verlaufenden Stammvene ist alternativ zur Operation auch der Einsatz von Laser- oder Radiowellenkathetern geeignet. Hier wird nach einer Punktion der Vene am Unterschenkel mit Hilfe eines Führungsdrahtes unter Ultraschallkontrolle ein Katheter in die Vene geschoben und platziert. Durch die vom Katheter erzeugte Hitze wird die Venenwand geschädigt und die Vene zunächst verschlossen, dann in einen bindegewebigen Strang umgewandelt.
  • Venenklappenrekonstruktion: Ebenfalls für ausgewählte Fälle ist eine venenerhaltene Operation möglich. Mit Hilfe der extraluminalen Valvuloplastie (Venenklappen-Rekonstruktion) wird die krankhaft veränderte Hauptvenenklappe in der Leiste mittels PTFE-Patches (Kunststoff-Flecken) wie mit einem „inneren Kompressionsstrumpf“ repariert. Eine regelmäßige Ultraschallnachuntersuchung zur Verlaufskontrolle ist auch hierbei erforderlich.

Betäubung und Anschlusstherapie

Operationen erfolgen bei uns meist in örtlicher Betäubung - der aus der plastischen Chirurgie bekannten Tumeszenzlokalanästhesie (TLA). Dabei wird das Betäubungsmittel in starker Verdünnung mit einer elektrischen Pumpe in das Unterhautfettgewebe eingebracht. Moderne Wundverschlusstechniken hinterlassen kaum sichtbare Narben. Direkt nach der Operation kann und soll der Patient wieder laufen. Um optimale Ergebnisse zu erzielen, sollten je nach Befundausprägung vier bis sechs Wochen nach der Operation Kompressionsstrümpfe getragen werden.

Dr. med. Frank Wolter

Chefarzt
Facharzt für Allgemeinchirurgie, für Gefäß- und Endovaskularchirurgie, Phlebologie und Notarzt

Fax:
05731 182 - 100

Dr. med. Jörg Reiser

Leitender Oberarzt
Facharzt für Gefäßchirurgie und Notfallmedizin

Fax:
05731 182 - 100

 

Eine Seitenastvarikosis kommt selten allein! Meist treten Seitenastvarizen zusammen mit retikulären Varizen und Besenreisern auf. Entsprechend wählen wir bei diesen Konstellationen eine Kombinationsbehandlung aus operativem und interventionellem Vorgehen.

Krankheitsbild

Bei der Seitenastvarikosis handelt es sich um netzförmige Venenerweiterungen und nicht nur ein kosmetisches Problem. Sie können sich entzünden und bei Verletzungen zu Blutergüssen oder Blutungen führen.

Therapie

Seitenastvarizen werden je nach Ausmaß ambulant oder stationär in der sogenannten Mixbehandlung (Verödung und Häkeln) entfernt. Erst erfolgt in örtlicher Behandlung die Entfernung der größeren Seitenastvarizen, anschließend die Sklerosierung von Besenreisern oder retikulären Varizen.

Dr. med. Frank Wolter

Chefarzt
Facharzt für Allgemeinchirurgie, für Gefäß- und Endovaskularchirurgie, Phlebologie und Notarzt

Fax:
05731 182 - 100

 

Von einer Rezidivvarikosis spricht man, wenn nach einer erfolgten Therapie Krampfadern wieder auftreten.

Krankheitsbild

Rezidivvarikosis kann in Form einer Retikulären (Besenreiser-) Varikose, einer Stammvarikose oder einer Seitenastvarikose auftreten. Ursachen hierfür können neu gewachsene Gefäße, neu krankhaft veränderte Venenabschnitte oder eine inkomplett durchgeführte, vorangegangene Operation sein. Wie häufig Krampfadern nach einer Behandlung wieder auftreten, hängt auch mit der vorangegangenen Therapie zusammen. So ist das Wiederauftreten von Krampfadern nach Verödungstherapie und ohne Operation recht hoch, wobei genaue Zahlen fehlen. Bei neueren Verfahren (Laser, Radiowellentherapie) können aufgrund von fehlenden Langzeitergebnissen noch keine Aussagen gemacht werden.

Therapie

Um Rezidive zu vermeiden oder effektiv zu behandeln, ist die Krampfaderoperation die beste Methode, da hier die meisten Erfahrungen bestehen.

Abhängig von der Ausprägung des Krampfaderleidens ist die Wahrscheinlichkeit für ein Wiederauftreten von Krampfadern in unseren Kliniken sehr gering: In weniger als 10% der operierten Fälle haben sich nach zehn Jahren neue Krampfadern mit einem Leisten- oder Kniekehlenanschluss gebildet.

Operation bei neu aufgetretenen Krampfadern:

Auch neu aufgetretene Krampfadern können operiert werden. Sie sollten jedoch von einem erfahrenen Gefäßchirurgen operiert werden, denn aufgrund von Vernarbungen an den bereits operierten Stellen ist diese Operation aufwändiger und bedarf einer besonderen Erfahrung. So werden in unsere Klinik sehr viele Patienten überwiesen, die bereits in anderen Kliniken - teilweise mehrfach - voroperiert wurden.

Dr. med. Frank Wolter

Chefarzt
Facharzt für Allgemeinchirurgie, für Gefäß- und Endovaskularchirurgie, Phlebologie und Notarzt

Fax:
05731 182 - 100

Dr. med. Jörg Reiser

Leitender Oberarzt
Facharzt für Gefäßchirurgie und Notfallmedizin

Fax:
05731 182 - 100